Schloss Hetzendorf wurde in seiner heutigen Fassung ab 1715 von den Architekten Anton Ospel und Antonio Beduzzi errichtet. Nach einem Ankauf durch Kaiserin Maria Theresia wurde das Schloss durch den Hofarchitekten Nikolaus Pacassi 1743-45 als Witwensitz für Kaiserin-Witwe Elisabeth-Christine ausgebaut. Im Inneren des Schlosses haben unter anderem Daniel Gran, Francesco Messenta und Carlo Innocenzo Carlone Fresken hergestellt. Ganz besonders hervorzuheben ist das Chinesische Zimmer, das mit einer Rosenholz-Verkleidung ausgestattet ist und in dem kleine chinesische Speckstein-Figuren ausgestellt sind. 

Wie viele andere öffentliche Gebäude sollte auch Schloss Hetzendorf brandschutztechnisch und barrierefrei adaptiert werden. Im Zuge dieser Adaptierungsarbeiten wurden ca. 30 Stück historische Füllungstüren als Brandschutztüren rekonstruiert und Gänge durch ca. 10 Stück neutrale Alu-Glas-Brandschutz-Portale unterteilt. Ganz besonders denkmalpflegerisch wertvolle Portale wurden lediglich brandschutztechnisch verbessert und mit einem Türschließer ausgestattet. Das gesamte Gebäude wurde zusätzlich mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet, wobei besonders darauf geachtet wurde, die Fluchtwege-Orientierungsbeleuchtung sensibel in das Gesamterscheinungsbild einzufügen. 

Als barrierefreie Maßnahme wurde zunächst ein Aufzug in das Bestandsgebäude eingebaut. Zusätzlich wurden Handläufe an der Prunktreppe angebracht. Hier wurde besonders darauf geachtet, einerseits die aktuellen Normen (ÖNORM B1600 Barrierefreiheit) zu erfüllen, andererseits den neuen Handlauf sehr zurückhaltend im Prunktreppenhaus anzubringen.

Laut ÖNORM B1600 muss ein Handlauf vor dem ersten und nach dem letzten Antritt 30cm weitergeführt werden. Bei der Prunktreppe des Schlosses Hetzendorf wurden daher die ersten und letzten Steher so angeordnet, dass sie in den Handlauf übergehen. So konnte optisch der Schwung des Handlaufs „aufgefangen“ werden. Außerdem wurde der Handlauf aus dunkel gebeiztem Eichenholz hergestellt.

Der Handlauf fügt sich als Naturmaterial Holz harmonisch in den bestehenden Prunktreppenraum ein. Gleichzeitig ist der Handlauf so für seh-eingeschränkte Menschen vor der hellen Brüstung bzw. Wand gut erkennbar.

Zusätzlich wurden ca. 60 Stück Außenfenster rekonstruiert. Diese bereits sehr stark durch die Witterung angegriffenen, aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellten Fenster konnten durch die Rekonstruktion wieder schlanker, nach historischem Vorbild hergestellt werden und harmonieren jetzt wieder gut mit der Fassade des Schlosses.